In ihrem Impulsvortrag beim zweiten Resilienzcafé brachte es Jutta Lischke, Business- und Lifecoach sowie ehrenamtliche Beraterin bei „Stark im Ehrenamt“, auf den Punkt: Ehrenamt ist das Rückgrat unserer Gesellschaft: Ohne das Engagement unzähliger Freiwilliger würde vieles, was unser Zusammenleben ausmacht, schlicht nicht funktionieren. Dabei geht es um weit mehr als „nur“ zu helfen – Ehrenamt bedeutet Verantwortung übernehmen, Gemeinschaft gestalten und konkret zu erleben, dass man als Einzelne*r wirklich etwas bewegen kann.
Wer sich engagiert, bekommt auch viel zurück: Ehrenamt stiftet Sinn, schafft Zugehörigkeit und Gemeinschaft, stärkt das Gefühl von Selbstwirksamkeit und Verbundenheit und wirkt oft wie ein Ruhepol im hektischen Alltag. So trägt freiwilliges Engagement unmittelbar zur persönlichen Resilienz und seelischen Gesundheit bei.
Gleichzeitig ist Ehrenamt heute mit Herausforderungen verbunden: Engagement will in den Alltag integriert, gut priorisiert und verlässlich unterstützt werden. Gewachsene Strukturen im Ehrenamt führen nicht selten dazu, dass Aufgaben sich bei wenigen bündeln, neue Ehrenamtliche nur schwer „reinkommen“ und langjährig Engagierte sich schwertun, sich an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. Klare Ziele, transparente Aufgabenbeschreibungen und die Bereitschaft, Strukturen weiterzuentwickeln – gerne auch mit Unterstützung von außen – sind entscheidend, damit Ehrenamt auch in Zukunft stark, einladend und tragfähig bleibt.
Die Leitstelle Ehrenamt und Bürgerbeteiligung ist Anlauf- und Servicestelle der Landesregierung in allen Fragen des ehrenamtlichen und bürgerschaftlichen Engagements. Ob Anerkennung und Würdigung, Rechtsfragen, Fördermöglichkeiten, Fortbildungen oder Vernetzung – die Leitstelle steht Bürgerinnen und Bürgern, Kommunen, Verbänden, Vereinen, Stiftungen und Initiativen mit Rat und Tat und ihren vielfältigen Unterstützungsangeboten zur Seite. Das Ehrenamtsportal www.wir-tun-was.rlp.de (öffnet in einem neuen Fenster / Tab) ist die zentrale Plattform der Landesregierung zur Unterstützung und Förderung von ehrenamtlichem, freiwilligem und bürgerschaftlichem Engagement in Rheinland-Pfalz.
PHINEO und das Business Council for Democracy (BC4D) haben den Ratgeber „Unternehmen stärken Ehrenamt“ (öffnet in einem neuen Fenster / Tab) herausgegeben. Darin porträtieren sie elf Unternehmen, die Ehrenamt nicht dem Feierabend überlassen: Im Thüringer Wald engagieren sich Mitarbeitende eines Softwareunternehmens während der Arbeitszeit bei der freiwilligen Feuerwehr. In Köln wurden in einem Hackathon digitale Lösungen für einen gemeinnützigen Verein entwickelt. Und in Schwäbisch Hall geben Ehrenamtliche der Bausparkasse ihre Erfahrungen weiter, um andere zu ermutigen. Exklusiv für den Ratgeber wurde zudem eine Umfrage bei dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut Civey in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse zeigen, wann sich Erwerbstätige engagieren – und was sie sich von ihren Arbeitgeber*innen wünschen, um Ehrenamt und Erwerbsarbeit besser miteinander zu vereinbaren.
Mai 2026: Ob im Fußballverein, beim Elternausschuss oder im Haus der Familie – viele Menschen engagieren sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich für die gute Sache. Damit bereichern sie ihre Kommune und sorgen für eine gute Nachbarschaft. Was brauchen Ehrenamtliche, um gut arbeiten zu können? Wo liegen die Herausforderungen und wie lassen sich diese meistern? Zu diesem Thema luden die Initiative „Die Pfalz macht sich/dich stark. Wege zur Resilienz“, das Pfalzklinikum und der Landkreis Südliche Weinstraße mit Landrat Dietmar Seefeldt alle Interessierten zum „Resilienzcafé 2.0“ ein.
Welchen Herausforderungen begegnen Ehrenamtliche im Alltag jenseits der finanziellen Fragen? Dazu hielt Business- & Lifecoach Jutta Lischke von der Initiative „Stark im Ehrenamt“ einen Impulsvortrag. Danach berichteten Helga Schreieck vom Haus der Familie Bad Bergzabern, Armin Schowalter vom Landauer Verein Südstern e.V., Nicole Kästle von den Sportfreunden Dierbach und Sebastian Löhlein vom SV Klingenmünster in Kurzvorträgen von ihren Erfahrungen als Ehrenamtliche.
Oktober 2025: Das erste Resilienzcafé am Welttag der Seelischen Gesundheit 2025 in der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße zum Thema „Gemeinsam stark – wir denken die gesunde Kommune neu“
„Guud esse un dringe, babbele“ – die Pfälzer Lebensart an sich macht schon resilient. Das ist eine der Erkenntnisse aus dem Resilienzcafé, zu dem Landrat Dietmar Seefeldt in Zusammenarbeit mit unserer Initiative „Die Pfalz macht sich/dich stark. Wege zur Resilienz“ in die Kreisverwaltung Südliche Weinstraße eingeladen hatte. Rund 50 Bürgermeister*innen, Ehrenamtliche und in Vereinen und Selbsthilfegruppen engagierte Menschen besuchten die Veranstaltung am 10. Oktober, dem Welttag der Seelischen Gesundheit. Sogar ein Hund war zu Gast.