Wis­sens­wer­tes
im Le­bens­be­reich
Ar­beit

Die see­li­sche Ge­sund­heit und Re­si­li­enz am Ar­beits­platz sind von zen­tra­ler Be­deu­tung, da sie nicht nur das in­di­vi­du­el­le Wohl­be­fin­den der Mit­ar­bei­ten­den be­ein­flus­sen, son­dern auch die Leis­tungs­fä­hig­keit und Pro­duk­ti­vi­tät von Un­ter­neh­men maß­geb­lich be­stim­men.

In der mo­der­nen Ar­beits­welt sind die An­for­de­run­gen an Fle­xi­bi­li­tät, Mo­bi­li­tät und stän­di­ge Er­reich­bar­keit hoch. Die­se Fak­to­ren füh­ren oft zu ei­ner Ent­gren­zung zwi­schen Ar­beits- und Pri­vat­le­ben, was den Stress­pe­gel er­höht und die see­li­sche Ge­sund­heit ge­fähr­den kann. Re­si­li­en­te Mit­ar­bei­ten­de sind bes­ser in der Lage, mit die­sen Her­aus­for­de­run­gen um­zu­ge­hen, da sie über Fä­hig­kei­ten wie emo­tio­na­le Selbst­re­gu­la­ti­on und Pro­blem­lö­sungs­ori­en­tie­rung ver­fü­gen.

 

Küm­mern sich Mit­ar­bei­ten­de und Ar­beit­ge­ben­de nicht aus­rei­chend um die see­li­sche Ge­sund­heit, kann dies deut­li­che wirt­schaft­li­che und ge­sell­schaft­li­che Aus­wir­kun­gen ha­ben. Psy­chi­sche Er­kran­kun­gen sind eine der häu­figs­ten Ur­sa­chen für Fehl­zei­ten und Früh­ver­ren­tun­gen, was er­heb­li­che Kos­ten für Un­ter­neh­men und die Ge­sell­schaft ver­ur­sacht. Die För­de­rung der see­li­schen Ge­sund­heit am Ar­beits­platz ist da­her nicht nur eine mo­ra­li­sche Ver­pflich­tung, son­dern auch wirt­schaft­lich sinn­voll. Un­ter­neh­men, die in die Re­si­li­enz ih­rer Mit­ar­bei­ten­den in­ves­tie­ren, pro­fi­tie­ren von hö­he­rer Pro­duk­ti­vi­tät, bes­se­rer Ar­beits­qua­li­tät und ei­ner stär­ke­ren Bin­dung der Ta­len­te.

 

Prä­ven­ti­ve Maß­nah­men zur För­de­rung der see­li­schen Ge­sund­heit und Re­si­li­enz sind am wirk­sams­ten, wenn sie in ein um­fas­sen­des Kon­zept zur Ge­sund­heits­för­de­rung ein­ge­bet­tet sind. Eine po­si­ti­ve Un­ter­neh­mens­kul­tur, die psy­cho­lo­gi­sche Si­cher­heit und Of­fen­heit för­dert, er­mög­licht es Mit­ar­bei­ten­den, über Be­las­tun­gen zu spre­chen und Un­ter­stüt­zung zu su­chen, ohne Angst vor Stig­ma­ti­sie­rung ha­ben zu müs­sen. Fle­xi­ble Ar­beits­zeit­mo­del­le und Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bo­te kön­nen eben­falls dazu bei­tra­gen, die Work-Life-Ba­lan­ce zu ver­bes­sern und die Re­si­li­enz der Mit­ar­bei­ten­den zu stär­ken. Mit der Schaf­fung von Re­si­li­en­z­res­sour­cen im Be­trieb kann ein Un­ter­neh­men ak­tiv dazu bei­tra­gen, die Re­si­li­enz der Mit­ar­bei­ten­den eben­so wie die Re­si­li­enz des Un­ter­neh­mens (sog. Or­ga­ni­sa­tio­na­le Re­si­li­enz) ge­gen­über wid­ri­gen Ein­flüs­sen zu stär­ken.

Logo der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

Die Bun­des­an­stalt für Ar­beits­schutz und Ar­beits­me­di­zin (BAuA) hat hilf­rei­che Ma­te­ria­li­en im The­men­feld Men­ta­le Ge­sund­heit und Ar­beit (Link öff­net in neu­em Tab/Fenster) ent­wi­ckelt:
  • 3 Fra­gen zum The­ma: Prä­ven­ti­on psy­chi­scher Be­las­tun­gen und Men­ta­le Ge­sund­heit. M.Sc. Anika Schulz, Wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin, Psy­chi­sche Be­las­tun­gen und Men­ta­le Ge­sund­heit, BAuA (Vi­deo)

In der Pfalz gibt es eben­falls For­schungs, Be­ra­tungs- und Un­ter­stüt­zungs­an­ge­bo­te für den Le­bens­be­reich Ar­beit, bspw.: 

  • Das In­sti­tut für Tech­no­lo­gie und Ar­beit (ITA) ist ein For­schungs- und Be­ra­tungs­un­ter­neh­men mit Sitz in Kai­sers­lau­tern. Das In­sti­tut ge­stal­tet die Zu­kunft der Ar­beit mit­hil­fe wis­sen­schaft­li­cher An­sät­ze mit und trägt so zu ei­ner bes­se­ren Ar­beits­welt bei.
  • Die Evan­ge­li­sche Ar­beits­stel­le Bil­dung und Ge­sell­schaft mit Sitz in Kai­sers­lau­tern bie­tet un­ter an­de­rem Se­mi­na­re zum The­ma Re­si­li­enz in Un­ter­neh­men an. Soll­te es in ei­nem Un­ter­neh­men be­reits Kon­flik­te oder Pro­ble­me ge­ben, hat die Ar­beits­stel­le zu­sätz­lich ein An­ge­bot zum The­ma Be­ra­tung bei psy­chi­schen Be­las­tun­gen, Kon­flik­ten und Mob­bing am Ar­beits­platz
  • Bei Pro­ble­men am Ar­beits­platz kön­nen Ver­si­cher­te der AOK Rhein­land-Pfal­z/­Saar­land das An­ge­bot “Ers­te Hil­fe für die See­le” in An­spruch neh­men. Hier kön­nen sich un­ter an­de­rem Be­rufs­tä­ti­ge be­ra­ten las­sen. Ziel der Be­ra­tun­gen ist es, über Kon­flik­te oder Pro­ble­me zu spre­chen, be­vor eine mög­li­che Er­kran­kung ent­steht. 
  • Men­ta­le Ge­sund­heit in Un­ter­neh­men neu den­ken“ ist das Ziel der aomh GmbH in Spey­er. Das Un­ter­neh­men bie­tet Se­mi­na­re und Trai­nings für Un­ter­neh­men an

Bei­spiel: Or­ga­ni­sa­tio­na­le Re­si­li­enz im Pfalz­kli­ni­kum Ro­cken­hau­sen

2020: Eine Or­ga­ni­sa­ti­on (oder ein Un­ter­neh­men) ist wie ein Se­gel­schiff: Äu­ße­re Ein­flüs­se, zum Bei­spiel der Wind, ge­ben das Tem­po vor. Und ein hef­ti­ges Ge­wit­ter kann das Schiff schon mal ins Wan­ken brin­gen. Dann kommt es auf die Be­sat­zung an: Kann sie fle­xi­bel re­agie­ren und die Se­gel ge­schickt aus­rich­ten, wer­den Klip­pen si­cher um­schifft. Der Ka­pi­tän wie­der­um muss für die Rah­men­be­din­gun­gen sor­gen: dass es der Be­sat­zung gut geht, und das Schiff see­tüch­tig ist.

So ist es auch bei Or­ga­ni­sa­tio­nen. Ihre Fä­hig­keit zur An­pas­sung und Kri­sen­be­wäl­ti­gung nennt man or­ga­ni­sa­tio­na­le Re­si­li­enz. Or­ga­ni­sa­tio­nen kön­nen ler­nen, mit Ver­än­de­run­gen, Her­aus­for­de­run­gen und Kri­sen gut um­zu­ge­hen – und ge­stärkt dar­aus her­vor­ge­hen. Das geht aber nur in ei­nem Zu­sam­men­spiel von be­fä­hig­ten Mit­ar­bei­ten­den und den rich­ti­gen Rah­men­be­din­gun­gen in ei­nem Un­ter­neh­men. Wich­ti­ge Fak­to­ren da­für sind zum Bei­spiel eine för­dern­de Füh­rung, sinn­vol­le Ar­beits­ab­läu­fe und eine of­fe­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on.
Sich mit or­ga­ni­sa­tio­na­ler Re­si­li­enz zu be­schäf­ti­gen birgt für Or­ga­ni­sa­tio­nen die Chan­ce, zu­künf­tig bes­ser mit Kri­sen um­ge­hen zu kön­nen. Die Kli­nik für Psych­ia­trie, Psy­cho­so­ma­tik und Psy­cho­the­ra­pie des Pfalz­kli­ni­kums in Ro­cken­hau­sen stellt sich im Pro­jekt „Un­ter­wegs mit star­ken Se­geln“ die­ser Auf­ga­be und fragt: „Was macht uns re­si­li­ent, was macht uns stark? Wie ge­hen wir mit schwie­ri­gen Si­tua­tio­nen um? Und wo kön­nen wir uns wei­ter­ent­wi­ckeln, um noch bes­ser ge­gen Stür­me ge­wapp­net zu sein?“

Das her­aus­zu­fin­den, ist das Ziel des wis­sen­schaft­lich be­glei­te­ten Pro­jekts „Un­ter­wegs mit star­ken Se­geln“ – ei­ner Ko­ope­ra­ti­on mit dem In­sti­tut für Tech­no­lo­gie und Ar­beit Kai­sers­lau­tern e.V. (ITA). Das auf ein Jahr aus­ge­leg­te Pro­jekt wird un­ter Be­tei­li­gung der Mit­ar­bei­ten­den und Füh­rungs­kräf­te der Kli­nik durch­ge­führt und im An­schluss eva­lu­iert.

    Be­treff: An­fra­ge zum Bei­spiel “Or­ga­ni­sa­tio­na­le Re­si­li­enz im Pfalz­kli­ni­kum Ro­cken­hau­sen”

    Mit dem Ab­sen­den dei­ner Da­ten er­klärst du dich mit un­se­ren Da­ten­schutz­be­stim­mun­gen ein­ver­stan­den.

    Auf un­se­rer Ideen­lis­te für die­se Sei­te steht auch noch:

    • In­for­ma­tio­nen für Be­schäf­tig­te / Arbeitnehmer*innen, Arbeitgeber*innen, Füh­rungs­kräf­te
    • MHFA An­ge­bot für Arbeitgeber*innen / Un­ter­neh­men
    • Best Prac­ti­ce Bei­spie­le in aus­ge­wähl­ten Un­ter­neh­men, mit Ansprechpartner*innen wo im­mer mög­lich

    Hast Du noch wei­te­re Ideen was hier ste­hen soll­te? Dann schreib uns bit­te!