Die aktuelle Erwerbstätigenbefragung (BIBB/BAuA 2024) zeigt: Zwar erleben 62 % der abhängig Beschäftigten häufig Unterstützung durch ihre Vorgesetzten, aber nur 40 % erhalten regelmäßig Lob und Anerkennung. Beides sind wichtige Ressourcen, die nachweislich mit einer besseren Arbeits- und Gesundheitssituation verbunden sind und psychische Belastungen abmildern. Wenn Unterstützung oder Wertschätzung fehlen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Beschäftigte sich dauerhaft überfordert fühlen und seelische Gesundheit leidet.
Weniger Druck, weniger Beschwerden
Die Daten der BAuA, der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, machen deutlich: Beschäftigte, die häufig Unterstützung durch ihre Führungskraft bekommen, berichten seltener, stark unter Termin- und Leistungsdruck zu stehen – in der Gruppe ohne Unterstützung liegt dieser Anteil deutlich höher. Wer regelmäßig Anerkennung oder Hilfe erfährt, meldet zudem seltener psychosomatische Beschwerden wie Erschöpfung, Müdigkeit, Reizbarkeit oder Schlafstörungen. Damit bestätigt die Befragung, dass gute, mitarbeiterorientierte Führung ein zentraler Schutzfaktor für psychische Gesundheit und ein wichtiger Baustein einer resilienten Arbeitskultur ist.
Was Führungskräfte und Beschäftigte tun können
Die BAuA sieht ein klares Entwicklungspotenzial: Führungskräfte sollten gezielt für die Bedeutung von Unterstützung, respektvollem Umgang und wertschätzendem Feedback sensibilisiert und geschult werden. Dazu gehören transparente Kommunikation, faire Entscheidungen, Beteiligung der Mitarbeitenden und das bewusste Ansprechen psychischer Belastungen im Rahmen einer gesundheitsgerechten Arbeitsgestaltung. Beschäftigte können ihrerseits aktiv werden, indem sie Unterstützung einfordern, Belastungen frühzeitig ansprechen und Angebote zur Stärkung ihrer persönlichen Resilienz nutzen.